{"id":353,"date":"2008-04-04T13:04:40","date_gmt":"2008-04-04T12:04:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deinayurveda.net\/wordpress\/?p=353"},"modified":"2009-07-21T16:34:45","modified_gmt":"2009-07-21T15:34:45","slug":"navagraha-neun-planeten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.deinayurveda.net\/wordpress\/2008\/04\/navagraha-neun-planeten\/","title":{"rendered":"navagraha &#8211; neun Planeten"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"navagraha_031.jpg\" href=\"http:\/\/www.deinayurveda.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/navagraha_031.jpg\" rel=\"shadowbox[sbpost-353];player=img;\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #999999;\"><a title=\"navagraha_03.jpg\" href=\"http:\/\/www.deinayurveda.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/navagraha_03.jpg\" rel=\"shadowbox[sbpost-353];player=img;\"><\/a>\u00a0<a title=\"navagraha_03.jpg\" href=\"http:\/\/www.deinayurveda.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/navagraha_03.jpg\" rel=\"shadowbox[sbpost-353];player=img;\"><img src=\"http:\/\/www.deinayurveda.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/navagraha_03.thumbnail.jpg\" alt=\"navagraha_03.jpg\" \/><\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #999999;\"><span style=\"color: #800000;\">W<\/span><span style=\"color: #800000;\">irkende Kr&#228;fte<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Die neun Planeten sind die eigentlichen Akteure, die Wirkung hervorbringenden Kr&#228;fte im Horoskop. Der Charakter und das Schicksal eines Menschen werden in Jyotish entsprechend der Stellung am Himmel beschrieben, den die Planeten im Moment der Geburt, vom Ort der Geburt aus gesehen, einnehmen. Da die Planeten in der Astrologie relativ zu einem bestimmten Ort auf der Erde betrachtet werden und sie sich aus der Perspektive dieses Ortes &#252;ber den Himmel &#8222;bewegen&#8220;, werden sie alle als Planeten bezeichnet &#8211; &#8222;Planet&#8220; bedeutet w&#246;rtlich &#8222;der Umherschweifende&#8220;. Anders als in der Astronomie werden daher Sonne und Mond ebenso wie die beiden Mondknoten in der Astrologie als Planeten bezeichnet.<\/p>\n<p align=\"justify\"><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\">Wie schon erw&#228;hnt ist das Sanskritwort f&#252;r Planet &#8222;Graha&#8220; und bedeutet soviel wie &#8222;Greifer&#8220;. Die physischen Himmelsk&#246;rper und die beiden abstrakten, nicht-physischen Mondknoten werden in der vedischen Astrologie als Repr&#228;sentanten der elementarsten Naturgesetze oder der kosmischen Bewusstseinskr&#228;fte angesehen, die alle Aktivit&#228;t im Kosmos organisieren und koordinieren und dieser Aufgabe entsprechend jederzeit Zugriff auf jeden individuellen Aktivit&#228;tskomplex (Ego) im Universum haben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Aus der Sicht des Veda ist Bewusstsein die grundlegendste Realit&#228;t. Alle Prozesse im Universum finden im Bewusstsein statt und bestehen aus Bewusstsein. Realit&#228;t ist Bewusstsein. Das Universum ist eine Simulation innerhalb des einen Bewusst-Seins, das zu Recht gro&#223; genannt wird. &#220;brigens haben auch viele europ&#228;ische Wahrheitssucher diese vedische Sicht der Wirklichkeit nachvollzogen, u.a. Schopenhauer (&#8222;Die Welt als Wille und Vorstellung&#8220;) und Platon (&#8222;Ideenlehre&#8220;). Materie wird als verdichtetes Bewusstsein beschrieben. Materielle Objekte sind aus dieser Perspektive sich in einem bestimmten Muster wiederholende Denkstrukturen, denen das zentrale Bewusstsein keine besondere Aufmerksamkeit mehr widmen m&#246;chte und die daher automatisiert wurden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wenn die eigentliche Realit&#228;t Bewusstsein ist, dann ist das Universum &#8222;Jemand&#8220; und nicht &#8222;etwas&#8220;. Die grundlegenden Naturgesetze sind Bewusstseinskr&#228;fte und auch sie sind nicht etwas, sondern Jemand. Ein Sonnensystem ist Jemand, die Sonne ist Jemand, die Erde ist Jemand und die Planeten sind ebenso Jemand. Das Sanskritwort f&#252;r &#8222;Jemand&#8220; ist &#8222;Purusha&#8220;. Wie man an dem obigen Bild der neun Planeten erkennen kann, werden die Planeten im Jyotish auch als Personen dargestellt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Jyotish wird das Universum &#8222;Kalapurusha&#8220; oder &#8222;Zeit-Person&#8220; genannt. Galaxien und Sonnensysteme sind verkleinerte Projektionen dieses Kalapurusha. Die Planeten werden als die grundlegendsten Kr&#228;fte oder Aspekte des Kalapurusha beschrieben. Die folgende Tabelle listet die Planeten und ihre Funktionen innerhalb des Kalapurusha auf. Die sieben Planeten von Sonne bis Saturn werden dabei immer in derselben Reihenfolge aufgef&#252;hrt wie die Tage der Woche, denen sie entsprechen &#8211; also von Sonntag\/Sunday (Sonne) bis Samstag\/Saturday (Saturn). Den beiden Mondknoten ist kein Wochentag zugeordnet.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">Tabelle der Planeten<\/span><\/strong><\/p>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"5\" cellpadding=\"5\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>GRAHA<\/strong><\/td>\n<td><strong>PLANET<\/strong><\/td>\n<td><strong>TAG<\/strong><\/td>\n<td><strong>BEDEUTUNG IN JYOTISH<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Surya<\/td>\n<td>Sonne<\/td>\n<td>So<\/td>\n<td><span style=\"color: #800000;\"><strong>Selbst-Bewusstsein<\/strong>,<\/span> Gesundheit, Souver&#228;nit&#228;t, Ich<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Chandra<\/td>\n<td>Mond<\/td>\n<td>Mo<\/td>\n<td><span style=\"color: #800000;\"><strong>Denken<\/strong>,<\/span> Geist, F&#252;hlen, Aufmerksamkeit<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mangal<\/td>\n<td>Mars<\/td>\n<td>Di<\/td>\n<td><span style=\"color: #800000;\"><strong>St&#228;rke<\/strong>,<\/span> Durchsetzung, Kampf, Streit<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Buddha<\/td>\n<td>Merkur<\/td>\n<td>Mi<\/td>\n<td><span style=\"color: #800000;\"><strong>Sprache<\/strong>,<\/span> ordnende Intelligenz, Organisation<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Guru<\/td>\n<td>Jupiter<\/td>\n<td>Do<\/td>\n<td><span style=\"color: #800000;\"><strong>Wissen<\/strong>,<\/span> Erfolg, Freude, Sinn<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Shukra<\/td>\n<td>Venus<\/td>\n<td>Fr<\/td>\n<td><span style=\"color: #800000;\"><strong>Verlangen<\/strong>,<\/span> Sinnenlust, Sehnsucht, Abh&#228;ngigkeit<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Shani<\/td>\n<td>Saturn<\/td>\n<td>Sa<\/td>\n<td><span style=\"color: #800000;\"><strong>Sorge<\/strong>,<\/span> Sicherheit, Ruhe, H&#228;rte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Rahu<\/td>\n<td>Drachenkopf<\/td>\n<td>&#8212;<\/td>\n<td><span style=\"color: #800000;\"><strong>Begierde<\/strong>,<\/span> Unbewusstheit, Triebhaftigkeit<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ketu<\/td>\n<td>Drachenschwanz<\/td>\n<td>&#8212;<\/td>\n<td><strong><span style=\"color: #800000;\">Freiheitsdrang<\/span><\/strong>, Sensibilisierung, Irritation<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p align=\"justify\">\n<p align=\"justify\">Der zentrale erste Begriff ist jeweils <strong>farbig<\/strong> hervorgehoben. Die Sonne ist also die Seele oder das Selbst der kosmischen Person, der Mond sein Geist oder sein Denken, der Mars seine St&#228;rke, der Merkur seine Sprachf&#228;higkeit, Jupiter sein Wissen, Venus seine Wunschnatur und Saturn sein Kummer oder seine Sorge. Diese Beschreibung der Planeten als Funktionen des Jemand, der das Universum ist, gibt Maharishi Parashara im 3. Kapitel seines Werkes &#8222;Brihat Parashara Hora Shastra&#8220;, Verse 12-13.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die kleinen menschlichen &#8222;Jemands&#8220;, die auf der Erde geboren werden, sind eine Nachbildung des kosmischen Purusha. Tats&#228;chlich wird in vielen vedischen Texten das Wort &#8222;Purusha&#8220; in der Bedeutung von &#8222;Mensch&#8220; gebraucht. S&#228;mtliche Kr&#228;fte und Strukturen, die innerhalb des gro&#223;en kosmischen Purushas wirken, finden sich in den kleinen Purushas, den Menschen, wieder.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong><span style=\"color: #999999;\">yatha pinde tatha brahmande<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #800000;\"><strong>&#8211; &#8222;Wie der K&#246;rper, so das Universum&#8220;, hei&#223;t es in den vedischen Schriften.<\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">Das Universum ist das Spiel des Bewusstseins. Es ist die Natur des Kalapurusha, ins Unendliche alle denkbaren und m&#246;glichen Zust&#228;nde seiner selbst zu erleben und durchzuspielen, um sich an seinem eigenen unendlichen Potential zu erfreuen. Die obige Tabelle der Planeten kann schon einen ersten Hinweis auf die Gesetzm&#228;&#223;igkeiten dieser unermesslichen Kombinationsfreude geben. Dabei kann man die Planeten in ihren unterschiedlichen Positionen am Himmel als verschiebbare Regler ansehen und sich dann fragen:<\/p>\n<p align=\"justify\">Wenn sich z.B. viel St&#228;rke (Mars im Horoskop stark) mit mittlerer Intelligenz (Merkur mittelstark), wenig Selbstbewusstsein (Sonne schwach) und einer starken Wunschnatur (Venus stark), Unf&#228;higkeit zu Stabilit&#228;t (Saturn schwach) und gro&#223;er Wachheit (Mond stark) verbinden &#8211; was f&#252;r Erfahrungen werden daraus entstehen? Wie wird sich ein so beschaffenes Wesen in unterschiedlichen Situationen verhalten? &#8211; Jedes menschliche Leben kann von Jyotish her als eine detaillierte Antwort auf Fragestellungen dieser Art beschrieben werden, wobei im Geburtshoroskop nicht nur alle neun Planeten sich in einem bestimmten Zustand von St&#228;rke und Schw&#228;che befinden, sondern ihnen auch noch spezifische Aufgaben zugewiesen werden und sie zudem zu verschiedenen Zeiten ganz unterschiedlich miteinander interagieren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Daraus ergeben sich f&#252;r jeden Menschen sehr komplexe Aktivit&#228;tsmuster, die sein Leben und seine Erfahrungen bestimmen. Wenn ein Mensch zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort geboren wird, manifestiert sich in ihm ein ganz spezifisches Aktivit&#228;tsmuster der grundlegenden kosmischen Kr&#228;fte, die innerhalb des Kalapurusha zu dieser Zeit wirken und sein Leben manifestiert die komplexen M&#246;glichkeiten dieser Struktur unter einer Vielzahl von Gesichtspunkten. Die Interpretation des Jyotish-Horoskops eines Menschen stellt eine vereinfachte M&#246;glichkeit dar, diese hochkomplexen Aktivit&#228;tsmuster und ihre Entfaltung in der Zeit zu beschreiben und zu verstehen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Um von der Stellung der Planeten in einem Horoskop R&#252;ckschl&#252;sse auf Eigenschaften und Verhaltensweisen eines Menschen sowie auf Ereignisse in seinem Leben R&#252;ckschl&#252;sse zu ziehen, ist jedesmal geistig ein sehr weiter Weg zur&#252;ckzulegen von der abstrakten Formelsprache der Jyotish-Prinzipien bis hin zu den konkreten und sehr komplexen Aktivit&#228;ten, die das menschliche Leben ausmachen. Um diesen Weg erfolgreich zu beschreiten, braucht es Wissen, Kunstfertigkeit und Intuition &#8211; wobei Intuition nicht hei&#223;t, dass man einem blo&#223;en Gef&#252;hl folgt, sondern dass man f&#228;hig sein muss, eine Vielzahl von Faktoren gleichzeitig im Blick zu behalten und sie auf ganzheitliche Weise und in angemessener Gewichtung korrekt zu kombinieren, spielerisch und pr&#228;zise zugleich.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die vedischen Schriften lassen keinen Zweifel daran, dass dies nur einem Jyotishi gelingen kann, der nicht nur fundiertes astrologisches Fachwissen besitzt, sondern sich auch pers&#246;nlich, intensiv und mit Erfolg, den vedischen Disziplinen der Pers&#246;nlichkeitsentwicklung vermittels Yoga und Meditation gewidmet hat, so dass er eine Sicht des Lebens besitzt, die m&#246;glichst nicht mehr individuell begrenzt, sondern kosmisch ist, d.h. frei von Verzerrungen, Parteilichkeit und Vorurteilen. Um gar das Ideal einer Perfektion in Jyotish zu verwirklichen, ist vollkommene Erleuchtung eine unabdingbare Vorraussetzung, denn die geistigen Anforderungen, die Jyotish stellt, sind ungeheuer hoch.<\/p>\n<p align=\"justify\">Innerhalb des Veda ist Jyotish ein anerkanntes und hochgeehrtes &#8222;Familienmitglied&#8220; und die Astrologie ist in Theorie und Praxis voll integriert in das Gesamtsystem der vedischen Wissenschaft.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bevor wir die Planeten einzeln besprechen, wollen wir sie in einem systematischen Zusammenhang betrachten und sie in Zusammenhang mit dem Sankhya-System der vedischen Wissenschaft darstellen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">Auch ist hier der jeweilige Zugang allgemein zu betrachten, philosphisch, aus dem Ayurveda, Yoga, Tantra&#8230;<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">\u00a0<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #999999;\">Das beste Licht<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">Jyotish<\/span><\/strong> ist ein Teilgebiet des Veda. Es wird &#8222;Dschjotisch&#8220; ausgesprochen und bedeutet &#252;bersetzt: <span style=\"color: #999999;\"><strong>das beste Licht<\/strong>.<\/span> Was ist mit &#8222;bestes Licht&#8220; gemeint? Das lebensspendende Licht der <span style=\"color: #999999;\"><strong>Sonne<\/strong> <\/span>ist ein mit dem Sehsinn wahrnehmbarer Ausdruck dieses besten Lichtes: des Lichtes des <span style=\"color: #999999;\"><strong>Bewusstseins<\/strong>,<\/span> aus welchem dem Veda zufolge das gesamte Universum hervorgeht und in dem es jederzeit gegr&#252;ndet ist. &#8222;Vereinheitlichtes Feld&#8220; ist die Bezeichnung der modernen Naturwissenschaft f&#252;r dieses &#8222;beste Licht&#8220;, die Religion nennt es Gott, der Veda gebraucht oft den Ausdruck Brahman. Wie auch immer man es bezeichnet: es ist die allumfassende <strong><span style=\"color: #999999;\">eine REALIT&#196;T<\/span><\/strong> des Lebens, in welche die gesamte kosmische Aktivit&#228;t jederzeit eingebunden ist.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Veda ist die Wissenschaft des Bewusstseins und Jyotish als Spezialgebiet des Veda zeigt auf, wie jede Individualit&#228;t aus dem alldurchdringenden Feld des Bewusstseins aufgebaut wird und ihre Aktivit&#228;t im Einklang mit den kosmischen Gesetzen entfaltet. Nichts ist Zufall, jede Aktivit&#228;t im Universum, auch die vermeintlich willk&#252;rliche und vordergr&#252;ndig von zahlreichen Zuf&#228;lligkeiten gepr&#228;gte individuelle Aktivit&#228;t eines Menschen, sein pers&#246;nliches Leben, ist in Ordnung eingebettet, ist Teil der kosmischen Aktivit&#228;t, so wie eine Welle Ausdruck der Gesamtaktivit&#228;t des Ozeans ist. Jyotish l&#228;sst diesen Zusammenhang erkennen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #999999;\">Die Grahas &#8211; Naturgesetze mit vollen Zugriffsrechten<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Jedes Handeln beginnt mit einem Gedanken- oder Wunschimpuls. Die meisten Menschen sind der &#220;berzeugung, dass sie es sind, die handeln, weil sie diese Impulse in ihrem eigenen Bewusstsein, in ihrem Inneren wahrnehmen. Aber was bringt diese Denk- oder Wunschimpulse im Inneren der Individuen hervor? Aus der Sicht von Jyotish sind dies die Planeten, die <span style=\"color: #999999;\"><strong>Grahas<\/strong>.<\/span> Das Sanskritwort Graha bedeutet soviel wie &#8222;Greifer&#8220;. Die am Himmel sichtbaren physischen Planeten sind nur die grobstofflichen Repr&#228;sentanten der grundlegendsten kosmischen Bewusstseinskr&#228;fte, die alle Aktivit&#228;t im Kosmos organisieren und die ihrer Natur und ihrer Aufgabe entsprechend <span style=\"color: #999999;\"><strong>Zugriff<\/strong> <\/span>auf jeden individuellen Aktivit&#228;tskomplex (Ego) im Universum haben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die <strong><span style=\"color: #999999;\">neun Planeten<\/span><\/strong> &#8211; Navagraha &#8211; repr&#228;sentieren also die grundlegendsten Naturgesetze, die alle Evolutionsprozesse im Universum organisieren und koordinieren. Jeder Mensch hat in seinem Gehirn ein &#8222;Planetarium&#8220; eingebaut, das nicht nur die Informationen dar&#252;ber beinhaltet, wo die neun Planeten sich gerade befinden, sondern das zudem auch als Impulsgeber dient, um sein individuelles Handeln und seine Wahrnehmung mit den Aktivit&#228;ten aller anderen Lebewesen und Prozesse im Sonnensystem abzustimmen. Jede geistige und k&#246;rperliche Aktivit&#228;t eines Menschen wird von diesen Impulsen geleitet. Die individuelle Aktivit&#228;t ist eine Funktion der kosmischen Aktivit&#228;t. Sich dessen nicht bewusst zu sein, ist Egowahn, Unwissenheit. In Unwissenheit begeht man Fehler, man verst&#246;&#223;t gegen die Gesetze der kosmischen Ordnung. Wenn man Fehler macht, ist Leiden die Folge. Wissen beseitigt die Ursache f&#252;r Leiden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wenn man sich mit Jyotish besch&#228;ftigt, lernt man, dass das eigene Leben kosmisch ist, ganz und gar eingebettet in das Gesamtmuster, in die Dynamik der kosmischen Evolution, deren Ziel es ist, &#252;berall im unendlich expandierenden Universum den Punktwert der individuellen Existenz zur Unbegrenztheit der kosmischen Realit&#228;t auszudehnen. Diese Evolution ist wesentlich eine Evolution des Bewusstseins. Indem man sich dessen bewusst wird, gewinnt die eigene Bewusstseinsentwicklung an Ordnung und Dynamik. Dies ist der eigentliche Sinn der Besch&#228;ftigung mit Jyotish &#8211; sie weckt in dem Bewusstsein, das sich in Kleinheit verloren hat, die <span style=\"color: #999999;\"><strong>Erinnerung<\/strong> <\/span>an das, was gro&#223; ist.<\/p>\n<p>\u00a0 <strong><span style=\"color: #999999;\">Die Samkhya-Philosophie<\/span><\/strong> <em>(vgl. auch Beitrag ayurveda)<\/em><span style=\"color: #999999;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Ein Grundkonzept des Veda<\/span><\/span><\/p>\n<div><\/div>\n<p align=\"justify\">Das Sankhya-System ist ein ganz grundlegendes Konzept des Veda, das in der Bhagavad Gita, den Puranas, den Yoga-Sutras und zahlreichen anderen Werken der vedischen Literatur zumeist stillschweigend als bekannt vorausgesetzt wird.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">Sankhya &#8211; die Aufz&#228;hlung der 25 Prinzipien<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Das Sanskrit-Wort Sankhya bedeutet soviel wie &#8222;Die Aufz&#228;hlung betreffend&#8220;. Sankhya listet die 25 Komponenten auf, die in jedem Aspekt der Wirklichkeit als Bestandteile nachweisbar sein m&#252;ssen, damit dessen Realit&#228;t als gesichert gelten kann. Diese &#8222;Auflistung&#8220; von Sankhya vermittelt ein sehr geordnetes Bild vom Aufbau des Universums und des menschlichen Lebens. Diese Ordnung findet sich, wie schon erw&#228;hnt, in vielen vedischen Schriften wieder &#8211; von den Yoga-Sutras bis hin zur Vedanta-Philosophie und den Upanishaden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Erst, wenn man das Sankhya-System kennt, bemerkt man, wie pr&#228;zise solche Begriffe wie &#8222;Intellekt&#8220;, &#8222;Ego&#8220; oder &#8222;Geist&#8220; in den vedischen Schriften verwendet werden und auch, wie wenig dieser Pr&#228;zision oft in &#220;bersetzungen Rechnung getragen wird.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die 25 Komponenten von Sankhya sind: Das Selbst, die Natur, der Intellekt, das Ego, der Geist, 5 Sinne der Wahrnehmung, 5 Sinne des Handelns, 5 feinstoffliche Elemente, 5 grobstoffliche Elemente. Die Einteilung in genau diese 25 Prinzipien ist keine willk&#252;rliche Gedankenkonstruktion, sondern spiegelt die Realit&#228;t wider. Ihre Existenz kann durch Erfahrung best&#228;tigt werden.<\/p>\n<p align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.jyotish.de\/pixel.gif\" alt=\"\" width=\"60\" height=\"60\" \/><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.jyotish.de\/sankhya.gif\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"359\" \/><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">Sankhya und die Planeten im Jyotish<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Aus der Sicht von Jyotish ist Sankhya deshalb so interessant, weil es m&#246;glicht macht, auf sehr systematische Weise die neun Planeten als Elemente der kosmischen Ordnung und ebenso als Elemente des Aufbaus der menschlichen Pers&#246;nlichkeit, des &#8222;kleinen Kosmos&#8220;, einzuordnen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">Die Zweiheit: Purusha und Prakriti &#8211; <\/span><span style=\"color: #008000;\">Selbst und Natur<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Die erste und wichtigste Unterteilung ist die in Purusha und Prakriti. Der Purusha ist das Bewusstsein, das kosmische Subjekt. Die Prakriti ist die Materie, der Inbegriff der Welt der Objekte. Beide sind in ihren Eigenschaften ganz und gar entgegengesetzt. Die Prakriti wird im Sankhya-System als unentfaltete Urmaterie aufgefasst; Mahat, Ahamkara, Manas usw. sind dann entfaltete, aktivierte, differenzierte Zustandsformen von Prakriti, von Materie oder Natur, d.h. sie geh&#246;ren zu Prakriti, obwohl andererseits Prakriti selbst, in ihrem unentfalteten Zustand, als eigenes Element in Sankhya aufgef&#252;hrt wird.<\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Die folgende Tabelle listet die Eigenschaften von Purusha und Prakriti auf:<\/span><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"10\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"18\">\u00a0<\/td>\n<td width=\"30\">\u00a0<\/td>\n<td width=\"30\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td><strong><span style=\"color: #008000;\">PURUSHA<\/span><\/strong><\/td>\n<td><strong><span style=\"color: #008000;\">PRAKRITI<\/span><\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Bewusstsein<\/td>\n<td>Materie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Absolut<\/td>\n<td>Relativ<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>M&#228;nnlich<\/td>\n<td>Weiblich<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Unver&#228;nderlich<\/td>\n<td>Ver&#228;nderlich<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Sein<\/td>\n<td>Nichtsein<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Realit&#228;t<\/td>\n<td>Schein<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Eines<\/td>\n<td>Vieles<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Stille<\/td>\n<td>Aktivit&#228;t<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Potential<\/td>\n<td>Verwirklichung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Subjekt<\/td>\n<td>Objekt<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Erkenner<\/td>\n<td>Erkanntes<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>Feld-Kenner<\/td>\n<td>Feld<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p align=\"justify\">\n<p align=\"justify\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Nun sollen die 25 Komponenten im einzelnen beschrieben werden:<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">1. Purusha &#8211; das Selbst<\/span> <\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Der Purusha ist das absolute Bewusstsein. Absolut hei&#223;t: er existiert nur f&#252;r sich selbst, ist unabh&#228;ngig von irgend etwas anderem, d.h. vollkommen unabh&#228;ngig und frei von der Prakriti und ihren Ausdrucksformen &#8211; vom kosmischen Intellekt bis hin zu den groben Elementen. Er ist frei, selbstgen&#252;gsam. Es gibt keinerlei Beziehung oder Wechselwirkung zwischen ihm und der Prakriti. Er ist der stille, unbeteiligte Zeuge von allem, was im Bereich der Prakriti an Aktivit&#228;ten stattfindet. Der Purusha ist der Erkenner von allem &#8211; von sich selbst und der Prakriti. Dass er die Prakriti erkennt, bedeutet wohlgemerkt in keiner Weise, dass er dadurch eine Verbindung mit der Prakriti einginge!<\/p>\n<p align=\"justify\">Es ist sinnvoll, ihn als erstes aufzuf&#252;hren. Allerdings wird er oftmals in den klassischen Sankhya-Schriften (den Sankhya-Sutras und der Sankhya-Karika) auch als &#8222;der F&#252;nfundzwanzigste&#8220; bezeichnet. Der Purusha ist vom Universum aus gesehen das kosmische Selbst und vom Menschen aus betrachtet das innere Selbst, der Atman, das transzendentale, reine Bewusstsein. Er ist das Sein, die Existenz, die eigentliche Wirklichkeit, jenseits von Zeit und Raum, jenseits des Handelns und jenseits des Denkens. Der Purusha ist ein unbegrenztes Potential von Intelligenz, reine Subjektivit&#228;t.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der <span style=\"color: #999999;\"><strong>Purusha<\/strong> <\/span>wird im Jyotish durch <span style=\"color: #999999;\"><strong>Ketu<\/strong>,<\/span> den absteigenden Mondknoten, repr&#228;sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">2. Prakriti &#8211; die Natur<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Die Prakriti kommt in der Sankhya-Philosophie in zwei Bedeutungen vor: Einmal als eines der 25 Prinzipien, dann wird sie als undifferenzierte Urmaterie aufgefasst &#8211; eine Masse bewusstloser Dunkelheit, das &#8222;schwarze Loch&#8220;. Zum zweiten wird sie selbst mitsamt ihren 23 differenzierten Zust&#228;nden unter dem Begriff Prakriti zusammengefasst und dieser Begriff von Prakriti kann dann am besten mit Natur oder das materielle Universum &#252;bersetzt werden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Prakriti ist das Prinzip, das alle Formen von Aktivit&#228;t (kriti) hervorbringt (pra). In ihrem undifferenzierten Zustand ist sie eine formlose Masse von Nicht-Sein, v&#246;llig unstrukturiert, leblos, bewusstlos, intelligenzlos, vollkommen tr&#228;ge, schwer und dunkel, reine Objektivit&#228;t &#8211; der dunkle Mutterscho&#223; aller Wesen und Dinge. Prakriti ist durch Worte nicht zu beschreiben.<\/p>\n<p align=\"justify\">In ihr sind die drei Gunas im Zustand des Gleichgewichts enthalten. Prakriti ist auch in ihrem undifferenzierten Zustand nicht in Ruhe, obwohl es nach der obigen Beschreibung so erscheinen mag. Sie ist vielmehr in sich brodelnde Aktivit&#228;t, unermessliches Chaos, totale Verg&#228;nglichkeit &#8211; voll von Vielfalt, Aktionen und Gegens&#228;tzen, die sich aber vollst&#228;ndig gegenseitig aufheben, so dass keine Formen und Aktivit&#228;ten in Erscheinung treten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wie entsteht aus ihr das Universum mit all seinen Formen und Aktivit&#228;ten? &#8211; Die Sankhya-Philosophie sagt, dass durch die Anwesenheit oder infolge der N&#228;he zum Purusha die Prakriti beginnt, Leben zu atmen und den Kosmos hervorbringt. Es ist in keiner Weise so, dass der Purusha etwas t&#228;te, sondern durch seine blo&#223;e Gegenwart beginnt die Prakriti, t&#228;tig zu werden. Sie, die ohne Bewusstsein, ohne Sein, ohne Leben, ohne Intelligenz ist, beginnt so ein ganzes Universum von Leben hervorzubringen &#8211; und sie tut dies f&#252;r den Purusha, &#228;hnlich wie Schauspieler ein Theaterst&#252;ck nicht f&#252;r sich selbst, sondern f&#252;r den Zuschauer darstellen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die <span style=\"color: #999999;\"><strong>Prakriti<\/strong> <\/span>wird im Jyotish durch <span style=\"color: #999999;\"><strong>Rahu<\/strong>,<\/span> den aufsteigenden Mondknoten, repr&#228;sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">3. Mahat oder Buddhi &#8211; der kosmische Intellekt<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Als erste Form der Manifestation von Prakriti tritt Mahat in Erscheinung. Mahat bedeutet &#8222;der Gro&#223;e&#8220;. Ein anderer Name f&#252;r dieses Prinzip ist Buddhi &#8211; &#8222;Intelligenz&#8220; oder &#8222;Intellekt&#8220;. Mahat ist das unermessliche Feld universaler Aktivit&#228;t, das Universum selbst mit all seinen Formen, in permanenter Aktivit&#228;t begriffen, die Urkraft der Evolution, der kosmische Wille, das Gesetz des Lebens oder Naturgesetz in seiner spontanen, allumfassenden, alles integrierenden, alln&#228;hrenden Kreativit&#228;t.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mahat ist innerhalb von Prakriti das feinste Prinzip und ist &#8222;am n&#228;chsten&#8220; zum Purusha. Es ist die glanzreiche, bezaubernde Ebene der kosmischen kreativen Intelligenz in Aktion, die auch Mahamaya, Mahashakti oder Anandamaya genannt wird. Allerdings ist die &#252;berw&#228;ltigende Ausstrahlung der himmlischen Realit&#228;t von Mahat in Wahrheit nur ein Abglanz der unendlichen selbstleuchtenden Wirklichkeit des Purusha, des kosmischen Selbst. Im Menschen tritt Mahat als Buddhi, als die innere, f&#252;hrende Intelligenz, als Intellekt in Erscheinung. &#220;ber seinen Intellekt als &#8222;inneren Kompass&#8220; erh&#228;lt ein Mensch die Beziehung zur kosmischen Evolution, zum Leben selbst aufrecht und damit seine eigene innere Ordnung, sein Dharma, seine innere Natur.<\/p>\n<p align=\"justify\">Aus dieser Beschreibung wird deutlich, da&#223; der Begriff &#8222;Intellekt&#8220; hier eine andere Bedeutung hat als es der Fall ist, wenn man von einem &#8222;Intellektuellen&#8220; spricht und damit einen kopfbetonten Menschen meint, der viele B&#252;cher liest und mit Fremdworten gespickte komplizierte Formulierungen hervorbringt. Buddhi, der Intellekt der Sankhya-Philosophie, ist etwas sehr viel grundlegenderes: der Sinn f&#252;r Wirklichkeit, f&#252;r Wahrheit, f&#252;r die Ganzheit des Lebens. In seinem feinsten Wert ist der Intellekt identisch mit Gef&#252;hl, mit vollendeter Intuition. Auf der Ebene von Perfektion unterscheidet der Intellekt das Wahre vom Falschen, die Wirklichkeit vom Trug so spontan, schnell und effektiv, dass der falsche Gedanke garnicht erst entsteht. Dies ist der Fall, wenn &#8211; im Zustand kosmischen Bewusstseins &#8211; der &#8222;im Selbst gefestigte Intellekt&#8220; auf der Ebene von ritam bhara pragyan funktioniert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">Buddhi<\/span><\/strong> wird im Jyotish durch <span style=\"color: #999999;\"><strong>Buddha<\/strong>,<\/span> Merkur, repr&#228;sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">4. Ahamkara &#8211; das Ich oder Ego-Prinzip<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Nach Mahat stellt der Ahamkara die zweite Stufe der Manifestation von Prakriti dar. Ahamkara bedeutet &#8222;Ich (aham) als ein Handelnder (kara)&#8220;. Er ist das Individualisierungsprinzip und bewirkt, dass jede gro&#223;e oder kleine Welle im Ozean der kosmischen Aktivit&#228;t von Mahat sich als eine eigene, unabh&#228;ngige Realit&#228;t auffasst und sich als Urheber von Handlungen begreift.<\/p>\n<p align=\"justify\">Innerhalb des Feldes universaler Aktivit&#228;t (Mahat) entstehen so eine Vielzahl von Ich-Zentren (Ahamkara). Jedes Ich baut, indem es den Unterschied zwischen sich selbst und allem anderen zum Prinzip erhebt, seine eigene Welt auf. Der Ahamkara beurteilt alles Geschehen aus seiner Ich-Perspektive heraus. Auch einzelne Aspekte des Ich fassen sich selbst wiederum als individuelle, eigenst&#228;ndige, t&#228;tige, Einheit auf. So entstehen das Ich einer Galaxie, das Ich eines Sonnensystems, eines Planeten, eines Kontinents, eines Landes, einer Stadt, einer Familie, eines Menschen, eines Organs, einer Zelle, eines Molek&#252;s, eines Atoms usw.<\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #999999;\"><strong>Ahamkara<\/strong> <\/span>wird im Jyotish durch <span style=\"color: #999999;\"><strong>Surya<\/strong>,<\/span> die Sonne, repr&#228;sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">5. Manas &#8211; der Geist<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Auf der Ebene von Manas tritt die durch Ahamkara modifizierte und und durch eine Ego-Perspektive gefilterte Aktivit&#228;t von Mahat als steter Strom des Bewusstseins, als pers&#246;nliches Denken und F&#252;hlen, hervor. Manas wird im Englischen meistens als &#8222;mind&#8220; &#252;bersetzt, in deutschen &#220;bersetzungen vedischer Schriften als &#8222;Geist&#8220;, &#8222;Denkorgan&#8220; und &#8211; wegen der m&#246;glichen Verwechslung mit Buddhi, dem Intellekt &#8211; etwas ungl&#252;cklich auch als &#8222;Verstand&#8220;.<\/p>\n<p align=\"justify\">Man sollte sich beim Lesen der klassischen vedischen Texte bewusst sein, dass sie sich in ihren Ausdr&#252;cken immer <strong>sehr pr&#228;zise<\/strong> auf eine genau definierte Ebene der Wirklichkeit &#8211; Atman, Buddhi, Ahamkara oder Manas &#8211; beziehen. Wenn die deutsche &#220;bersetzung dieser Pr&#228;zision nicht Rechnung tr&#228;gt, sollte man den Sanskrit-Text zu Hilfe nehmen oder versuchen, aufgrund der eigenen Kenntnis von dem, was Atman, Buddhi, Ahamkara und Manas ist, sich dar&#252;ber klar zu werden, was angesprochen ist. Es macht im Verst&#228;ndnis z.B. einen sehr gro&#223;en Unterschied, ob mit dem deutschen Wort &#8222;Seele&#8220; das Selbst (Atman, Purusha), das Ego (Ahamkara) oder der Geist (Manas) gemeint sind!<\/p>\n<p align=\"justify\">Ein wichtiger Aspekt von Manas ist das Prinzip der gerichteten Aufmerksamkeit. So wie diejenigen Pflanzen wachsen, die man gie&#223;t, so wachsen und gedeihen diejenigen Dinge des Lebens, die mit Aufmerksamkeit bedacht werden, d.h. denen die Bewusstseinsenergie zuflie&#223;t. Dieser alles-ern&#228;hrende Scheinwerferkegel des Bewusstseins ist Manas.<\/p>\n<p align=\"justify\">Manas ist Bewusstsein in Bewegung, stets aktiv. &#8222;Bewusstseinsstrom&#8220; ist ein sehr passender Ausdruck: ein steter Fluss von Gedanken, Gef&#252;hlen, Erinnerungen, Phantasien, Wahrnehmungen und der Fluss selbst hei&#223;t Manas. &#8222;Psyche&#8220; ist auch ein recht gut zutreffendes Wort. Manas ist das Organ der nach innen oder au&#223;en gerichteten Wahrnehmung. Das, was ein Mensch wahrnimmt, nimmt er als wahr an, es macht seine Wirklichkeit aus.<\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #999999;\"><strong>Manas<\/strong> <\/span>wird im Jyotish durch <span style=\"color: #999999;\"><strong>Chandra<\/strong>,<\/span> den Mond, repr&#228;sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">6 &#8211; 10. janandriyas &#8211; Die f&#252;nf Sinne der Wahrnehmung<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">&#220;ber die Sinne der Wahrnehmung wendet sich Manas, der Geist, der &#228;u&#223;eren Wirklichkeit zu. Gyana hei&#223;t Wissen und die Indriyas sind die Sinne. Die f&#252;nf Sinne der Wahrnehmung sind: H&#246;ren, Tasten, Sehen, Schmecken und Riechen, wobei in dieser Reihenfolge die erstgenannten immer feiner und freier (weniger an ihren Gegenstand bindend) sind, als die sp&#228;ter genannten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Indriyas sind nicht zu verwechseln mit den physischen Sinnesorganen wie Ohr, Auge usw. Sie sind dynamische Prinzipien und geh&#246;ren noch zum subjektiven, geistigen Bereich der Sch&#246;pfung. In den traditionellen Sankhya-Schriften wird Manas &#8211; der Geist, in dem die f&#252;nf Sinne der Wahrnehmung gegr&#252;ndet sind &#8211; selbst auch oft als &#8222;Sinn&#8220; bezeichnet.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die <strong><span style=\"color: #999999;\">jnanandriyas<\/span><\/strong> werden im Jyotish durch <span style=\"color: #999999;\"><strong>Shukra<\/strong>,<\/span> Venus, repr&#228;sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">11 &#8211; 15. Karmendriyas &#8211; Die f&#252;nf Sinne des Handelns<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Karmendriya setzt sich zusammen aus Karma = Handlung und Indriya = Sinn. Die f&#252;nf Sinne der Handlung sind H&#228;nde, F&#252;&#223;e, Zunge, die Organe der Fortpflanzung und die Organe der Ausscheidung.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die <strong><span style=\"color: #999999;\">Ka<\/span><span style=\"color: #999999;\">rmendriyas<\/span><\/strong><span style=\"color: #999999;\"> <\/span>werden im Jyotish durch <span style=\"color: #999999;\"><strong>Mangal<\/strong>,<\/span> Mars, repr&#228;sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">16 &#8211; 20. Tanmatras &#8211; die f&#252;nf Essenzen<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Die Tanmatras bilden die Objekte f&#252;r die Sinne der Wahrnehmung und die Grundlage f&#252;r die f&#252;nf Elemente. Man kann sie Essenzen, Substanzen oder feinstoffliche Materie-Baupl&#228;ne nennen &#8211; Im deutschen gibt es im allgemeinen Sprachgebrauch keine g&#228;ngigen Bezeichnungen f&#252;r sie &#8211; aber die vedischen Seher, die Rishis, die sich mit der Programmierung des Universums auskennen, wissen, dass sie ein wesentlicher Bestandteil des Ganzen sind. In Sanskrit hei&#223;en sie: Shabda-Tanmatra (Essenz des Klanges), Sparsha-Tanmatra (Essenz des Tastens), Rupa-Tanmatra (Essenz der Form), Rasa-Tanmatra (Essenz des Geschmacks) und Gandha-Tanmatra (Essens des Geruchs) und sind in dieser Reihenfolge den f&#252;nf Gyanendriyas, den Sinnen der Wahrnehmung, sowie den nachfolgend beschriebenen f&#252;nf grobstofflichen Elementen zugeordnet.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Tanmatras geh&#246;ren noch zum subjektiven, geistigen Bereich der Sch&#246;pfung und bilden dessen Grenze oder Au&#223;enposten. Jenseits der Tanmatras beginnt mit den Mahabhutas der objektive, materielle Aspekt von Prakriti.. Allerdings gelten in der Sankhya-Philosophie in einem strengeren Sinne alle Bestandteile von Prakriti als materiell &#8211; auch der Intellekt und Geist, die in unserem &#252;blichen Sprachgebrauch als geistige Prinzipien aufgefasst werden. Geistig, nicht-materiell ist einzig und allein der Purusha, alles andere ist Materie.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die <span style=\"color: #999999;\"><strong>Tanmatras<\/strong> <\/span>werden im Jyotish durch <span style=\"color: #999999;\"><strong>Guru<\/strong>,<\/span> Jupiter, repr&#228;sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">21 &#8211; 25. Mahabhutas &#8211; die f&#252;nf grobstofflichen Elemente<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Die Mahabhutas sind: Akasha (Raum), Vayu (Luft), Tejas (Feuer), Apas (Wasser) und Prithivi (Erde). Sie bilden den konkretesten Aspekt der Sch&#246;pfung: die materielle Welt. Auff&#228;llig ist, dass es f&#252;nf Elemente sind: neben den uns vertrauten vier Elementen Luft, Feuer, Wasser und Erde wird noch Akasha, der Raum oder &#196;ther, aufgef&#252;hrt. Akasha ist das feinste, subtilste der f&#252;nf Elemente. Ihm &#8211; und nicht etwa der Luft (!) &#8211; ist der H&#246;rsinn zugeordnet. Um halbwegs eine Vorstellung davon zu bekommen, was Akasha ist, k&#246;nnte man ihn mit &#8222;unmanifestiertes Raum-Zeit-Kontinuum&#8220; &#252;bersetzen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der unbegrenzte, unmanifestierte Akasha bildet die Grundlage f&#252;r den gesamten Bereich der im engeren Sinne materiellen Sch&#246;pfung und stellt f&#252;r sie gleichsam eine absoluten, unver&#228;nderlichen Hintergrund dar.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die <span style=\"color: #999999;\"><strong>Mahabhutas<\/strong> <\/span>werden im Jyotish durch <span style=\"color: #999999;\"><strong>Shani<\/strong>,<\/span> Saturn, repr&#228;sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span style=\"color: #999999;\">Systematik der 25<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Sankhya stellt die 25 Bestandteile des Universums sehr systematisch dar. Von fein nach grob wird dabei ein stufenweiser Vorgang der Manifestation der Sch&#246;pfung beschrieben. Die innerste Wirklichkeit von allem, was existiert, ist der Purusha, das absolute Bewusstsein, das Selbst, das Subjekt, der Beobachter. Prakriti, die Matrix des Universums, umfasst alles, was als Objekt wahrgenommen werden kann. Die erste Manifestation von Prakriti und somit ihr feinster, innerlichster Aspekt ist Buddhi oder Mahat, der entscheidende Intellekt oder kosmische Wille. Mahat entfaltet sich zu Ahamkara, dem Ego-Prinzip, dessen in sich selbst zur&#252;ckgreifende Dynamik in Gestalt eines Strudels u.a. auch die Form von Galaxien und Sonnensystemen bestimmt. Ahamkara schafft sich als Instrument Manas, den aktiven Geist. Manas projeziert sich mittels der Indriyas, der Sinne, nach au&#223;en. &#220;ber die Indriyas werden die Tanmatras, die Essenzen, als Vorstellungs-Objekte geschaffen, die sich schlie&#223;lich zu den physischen Mahabhutas, den f&#252;nf Elementen, verdichten.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong><span style=\"color: #999999;\"><a title=\"navagraha.jpg\" href=\"http:\/\/www.deinayurveda.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/navagraha.jpg\" rel=\"shadowbox[sbpost-353];player=img;\"><\/a><\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0<br \/>\nWirkende Kr&#228;fte<br \/>\nDie neun Planeten sind die eigentlichen Akteure, die Wirkung hervorbringenden Kr&#228;fte im Horoskop. Der Charakter und das Schicksal eines Menschen werden in Jyotish entsprechend der Stellung am Himmel beschrieben, den die Planeten im Moment der Geburt, vom Ort der Geburt aus gesehen, einnehmen. 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